Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für Frauen ein zentrales Risiko – in vielen Ländern sogar die häufigste Todesursache. Und trotzdem passiert im Alltag etwas zutiefst Menschliches: Wir schieben das Thema weg. Weil es unangenehm ist, weil wir funktionieren. Genau deshalb gibt es die internationale Initiative Go Red for Women: Sie setzt jedes Jahr im Februar ein sichtbares Zeichen für Aufklärung, Prävention und Früherkennung.
Heuer findet der National Wear Red Day am Freitag, 6. Februar 2026 statt. Die Idee ist bewusst einfach: Rot tragen, Herzgesundheit in den Alltag holen, Informationen teilen – und Frauen in unserer Familie und Community daran erinnern, Warnzeichen ernst zu nehmen und Risikofaktoren aktiv zu managen.
Warum es diese Kampagne braucht
Als die American Heart Association (AHA) „Go Red for Women“ im Jahre 2004 gestartet hat, war die Ausgangslage bitter: Viel zu viele Frauen starben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und das Thema bekam nicht die Aufmerksamkeit, die es gebraucht hätte. Die Go Red-Kampagne war als daher als niedrigschwellige Einladung konzipiert: Nimm dich selbst ernst, schau gut auf dich. Und hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst.
Heute ist daraus eine internationale Bewegung geworden – mit mehr als 50 teilnehmenden Ländern. Frauen teilen weltweit ihre Geschichten und tragen das Wissen rund um Herzgesundheit in Familien und Freundeskreise: Welche Symptome können auf Herzinfarkt oder Schlaganfall hinweisen? Welche Risikofaktoren lassen sich beeinflussen? Und was kann ich tun, um mein Herz langfristig zu schützen? Das Ziel ist überall gleich: Herzgesundheit von Frauen sichtbar machen – und Frauen stärken.
Warum das Risiko auch heute noch hoch ist
Dass es Go Red seit 2004 gibt und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen immer noch hoch ist, liegt daran, dass die großen Treiber hartnäckig sind – und sich nur langsam verändern. Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen sind weiterhin verbreitet. Dazu kommt: Herzgesundheit wird bei Frauen noch zu oft unterschätzt – auch, weil Symptome manchmal nicht so „klassisch“ wirken, wie viele sie erwarten. Auf Warnzeichen wird daher nicht immer schnell genug reagiert. Und dann gibt es Faktoren, die sehr spezifisch sind – etwa bestimmte Schwangerschaftskomplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes – die medizinisch bekannt sind, aber in der Praxis noch nicht konsequent genug als Frühwarnsignale in Vorsorgepfade übersetzt werden.
Warnzeichen: Wie sich ein Herzinfarkt bei Frauen zeigen kann
Auch bei Frauen ist das häufigste Symptom Brustschmerz oder Druck. Zusätzlich treten aber nicht selten Beschwerden auf, die weniger „typisch“ wirken: Atemnot, Übelkeit/Magenbeschwerden, ungewöhnliche Erschöpfung, Angst/Unruhe oder Schmerzen bzw. Druck im Rücken, Schulter-/Arm-Bereich, Kiefer oder Nacken. Genau diese Bandbreite ist ein Grund, warum Frauen Warnzeichen manchmal zu spät einordnen. Und hier gilt ganz pragmatisch: Lieber einmal zu früh abklären lassen als einmal zu spät.
Was Sie aus „Go Red“ persönlich mitnehmen können
Herzgesundheit entsteht im Alltag – und dort kann man sie auch stärken. Zum Beispiel, indem man Blutdruck, Blutfette/Cholesterin und Blutzucker im Blick behält, Bewegung und Schlaf ernst nimmt, Stress reduziert, nicht raucht – und Beschwerden abklären lässt, auch wenn sie sich „komisch“ oder unspezifisch anfühlen.
Drei Maßnahmen sind daher besonders wirksam:
Basiswerte kennen (Blutdruck, Blutzucker/Diabetes-Risiko, Blutfette/Cholesterin) und regelmäßig prüfen lassen.
Warnzeichen ernst nehmen, auch wenn sie unspezifisch wirken (z. B. Atemnot, Übelkeit, ungewöhnliche Erschöpfung, Rücken-/Kiefer-/Nackenschmerz).
Relevante Lebensphasen-Infos – etwa Präeklampsie oder Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) – aktiv in die eigene Vorsorge einbringen.
Mehr Informationen & Materialien:
Social Media Kit von Go Red Austria
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei akuten Beschwerden bitte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Author: Anja Herberth
Chefredakteurin












