Lebensqualität im Alter: Wie schaffe ich das?
Haben Sie schon einmal einen Menschen gepflegt oder im Alter unterstützt?
Ich frage das, weil diese Situation vieles verändert – oft schneller, als einem lieb ist. Plötzlich geht es nicht mehr um „irgendwann einmal“, sondern um jetzt: Um Sicherheit, um Alltag, um die Frage, wie ein Leben zu Hause weiter möglich bleibt.
Ich selbst war im Laufe meines Lebens schon mehrmals in dieser Lage – und schreibe Ihnen als Herausgeberin dieser Plattform nicht aus Distanz, sondern aus Erfahrung. Menschen werden älter, manchmal kommt Krankheit dazu. Der Körper macht nicht mehr mit wie früher. Bewegungen werden vorsichtiger, Wege werden kürzer, Abläufe langsamer. Und auf einmal ist das Zuhause, das jahrelang selbstverständlich war, voller Stolperstellen.
Was früher kein Problem war, wird zur Herausforderung: Eine Stufe am Eingang. Eine Türschwelle von wenigen Zentimetern. Ein Teppich, der immer schon dort lag. Der Griff in der Dusche. Das nächtliche Aufstehen. Dinge, die man früher nicht einmal wahrgenommen hat, können plötzlich gefährlich werden – und das Gefühl von Sicherheit bröckelt.
Wenn Menschen möglichst lange zu Hause leben möchten, braucht es neue Lösungen und manchmal auch neue Herangehensweisen. Doch genau hier beginnt für viele die nächste Hürde: Wie findet man die passenden Lösungen – und wo sind diese zu finden, und wem kann man vertrauen?
Denn selbst wenn man sich durch das Internet klickt: Googeln ist oft frustrierend. Zu viel Werbung, zu wenig Einordnung. Unklare Begriffe. Widersprüchliche Empfehlungen. Und währenddessen läuft der Alltag weiter – mit wenig Zeit, wenig Schlaf und der ständigen Sorge, etwas Wichtiges zu übersehen.
Warum SmartBuildingsCompass existiert
In meiner Arbeit als Unternehmensberaterin bin ich immer wieder auf Assistenzlösungen und Konzepte gestoßen, die schlicht zu wenig sichtbar sind. Nicht, weil sie schlecht wären – sondern weil sie niemand verständlich erklärt, niemand einordnet, niemand an die Menschen bringt, die sie wirklich brauchen.
Und als ich begonnen habe, das Thema systematisch zu recherchieren, wurde mir das Ausmaß erst richtig klar: Wir steuern in vielen Ländern auf eine Pflegekrise zu. Nicht irgendwann – sondern bereits jetzt. Es fehlt an Strukturen, an Personal, an Entlastung. Und wir tun als Gesellschaft zu oft so, als ließe sich das mit „ein bisschen Optimierung“ lösen. Das Gegenteil ist der Fall: Wir bewegen uns mit hoher Geschwindigkeit auf eine Wand zu.
Was wir stattdessen brauchen, sind Orientierung, Sichtbarkeit und pragmatische Lösungen, die im Alltag funktionieren – für Betroffene, für pflegende Angehörige und für alle, die unterstützen.
Genau daran arbeite ich mit SmartBuildingsCompass: Damit Sie schneller finden, was hilft – und sich in einer ohnehin belastenden Situation nicht auch noch allein durch einen unübersichtlichen Markt kämpfen müssen.
Die schmerzhafte Wahrheit ist: Angesichts der Multikrisen, mit denen Regierungen zu kämpfen haben, und wegen des chronischen Geldmangels in den professionellen Pflegestrukturen werden wir uns selbst helfen müssen.
Denn der demografische Wandel ist längst nicht mehr abstrakt: Mit den Babyboomern geht gerade eine besonders geburtenstarke Generation in Pension. Gleichzeitig leben – dank besserer medizinischer Versorgung – in vielen Familien die Eltern noch, die selbst bereits Pflege und Unterstützung benötigen. Viele Menschen stehen damit zwischen zwei Verantwortungen: Dem eigenen Alltag und der Sorge um die nächste Generation.
Der Bedarf an Unterstützung ist dadurch enorm. Und er trifft auf eine Realität, die immer spürbarer wird: Fachkräfte fehlen – und es werden nicht genug nachkommen. Ein Teil des Pflegepersonals geht in den kommenden Jahren selbst in Pension. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen, die Hilfe brauchen. Diese Lücke wird nicht „irgendwie“ zu schließen sein – jedenfalls nicht in einem Ausmaß, das den Bedarf auch nur annähernd abdeckt.
Was das im Alltag bedeutet, ist klar: Pflege und Unterstützung werden sich in Zukunft noch stärker in das Zuhause verlagern. Nicht, weil das immer die beste Lösung wäre, sondern weil es in vielen Fällen die einzige realistische Option wird – unterstützt durch Angehörige, durch Nachbarschaft und durch professionelle Dienste, die immer knapper werden.
Gerade deshalb braucht es mehr Orientierung, alltagstaugliche Konzepte und Lösungen, die zu Hause wirklich entlasten – und nicht nur auf dem Papier gut klingen.
Altersgerechtes Wohnen: Ein notwendiges Thema
Hier noch ein paar Zahlen, die zeigen, warum das Thema Pflege uns alle immer stärker betrifft – oft schneller, als wir glauben.
In Deutschland könnte die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 von rund 2,5 Millionen auf etwa 3,5 Millionen steigen. Gleichzeitig fehlen – je nach Berechnung – schon in den nächsten Jahren zehntausende Pflegekräfte; bis 2034 könnte sich diese Lücke auf mehrere hunderttausend Menschen ausweiten.
Auch in Österreich ist die Entwicklung deutlich spürbar: Anfang 2025 lebten etwa 1,86 Millionen Menschen im Alter von 65 Jahren und älter. Und auch hier geht man davon aus, dass bis 2030 zusätzliche Pflegekräfte benötigt werden, um die Versorgung überhaupt abzusichern. Selbst wenn genug Personal verfügbar wäre, kommt ein weiterer Druckfaktor hinzu: Geldmangel – und damit die Frage, was realistisch finanzierbar ist.
Was bedeutet das im Alltag? Pflege und Unterstützung verlagern sich immer stärker in die Familie. Viele Angehörige übernehmen Aufgaben, die früher öfter von Strukturen vor Ort abgefedert wurden. Damit steigen nicht nur die organisatorischen Anforderungen, sondern auch die finanzielle und emotionale Belastung – oft leise, oft nebenbei, oft ohne echte Pausen.
Die Pflegekrise ist da – und nun?
Andere Länder haben darauf bereits reagiert. In Dänemark und Schweden werden seit Jahren smarte Helfer und Assistenz-Technologien („Welfare Technology“) sowohl im Gesundheitssystem als auch zu Hause eingesetzt – nicht als Spielerei, sondern als pragmatische Antwort auf knapper werdende Ressourcen. Ich habe mir im Rahmen einer Innovationsreise selbst vor Ort ein Bild gemacht: Dort hat man verstanden, dass Unterstützung zu den Menschen nach Hause kommen muss – und hat den ambulanten Bereich konsequent ausgebaut.
Und genau hier liegt bei uns ein Kernproblem: Viele Lösungen und Konzepte existieren längst – aber sie sind zu wenig sichtbar und zu schwer zu finden. Das wollen wir ändern: Mit Orientierung, Einordnung und einem besseren Zugang zu alltagstauglichen Unterstützungsmöglichkeiten.
Sollten sie Fragen, Feedback oder Wünsche zu unserer Berichterstattung haben, dann melden Sie sich doch einfach unter anja@sbc.co.at bei mir.
Und hier haben Sie die Möglichkeit, im Zuge unserer Befragung uns ihre größten Herausforderungen mitzuteilen. Das hilft uns, die richtigen Themen auf dieser Plattform zu aufzugreifen.
Herzlichst,
Mag. (FH) Anja Herberth
Herausgeberin
Author: Anja Herberth
Chefredakteurin











