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Digitalisierung & KI: Treiber für intelligente Mobilität

KI und Digitalisierung verändert, wie wir uns fortbewegen, Waren transportieren und Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Viele Länder und Städte stehen vor der Herausforderung, ihre Infrastruktur an diese neuen Entwicklungen anzupassen.

Unsere Mobilität, die Art und Weise wie wir uns fortbewegen, wird neu gestaltet: Der Einsatz von KI-gestützten Tools und Datenanalysen ermöglicht die optimierte Nutzung und Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger. Neue Technologien werden in weiterer Folge zu Einsparungen, zu mehr Nachhaltigkeit und einer höheren Lebensqualität führen. Dies soll uns ermöglicht werden durch verbesserte Mobilitätsangebote, kürzere Fahrzeiten und Zugang zu zuverlässigen Verkehrsinformationen.

Mobilität verbindet aber nicht nur uns Menschen, sondern auch Wirtschaftsbereiche. Verkehrsdaten und ihre Analysen verbessern die Mobilitätsstrategien in der Logistik, vereinfachen die Navigation durch die verschiedensten Verkehrsnetze. Wenn die Maßnahmen das volle Potential entfalten, rechnet die Europäische Kommission mit Einsparungen auf makroökonomischer Ebene in Höhe von bis zu 730 Millionen Euro bzw. 27 Millionen Arbeitsstunden. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg: Nach den Ergebnissen einer Studie von EIT Urban Mobility werden für den Übergang zu einer nachhaltigen städtischen Mobilität in Europa bis 2030 voraussichtlich 86 Milliarden Euro benötigt.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Datenanalyse und künstliche Intelligenz. Allerdings stoßen viele dieser Innovationen oft auf nicht digitalisierte Bereiche und Behörden, was die Einführung und Integration dieser Technologien erschwert.

Schlanke Prozesse beschleunigen die Mobilität

Digitale Technologien optimieren durch künstliche Intelligenz den Verkehrsfluss in den Städten. Indem wir beispielsweise intensiv befahrene Verkehrsstrecken meiden, umgehen wir Staus und erhöhen die Sicherheit. Zentrale Plattformen und Apps bieten uns Zugang zu verschiedenen, vernetzten Transportoptionen – wie Carsharing, Mitfahrgelegenheiten, E-Scooter und öffentliche Verkehrsmittel. Wir können aus einer breiten Palette an Möglichkeiten die im Moment für uns attraktivste wählen.

Mit digitalen & KI-Lösungen im Logistikbereich verschlanken Unternehmen Lieferketten- und Transportprozesse in Verwaltung, Planung und Durchführung. Diese Beschleunigung wird möglich durch die Zusammenarbeit und Vernetzung von Systemen, Technologien und Menschen. Die Logistikbranche wird dadurch effizienter und transparenter. GPS und RFID ermöglichen die genaue Verfolgung von Sendungen, sodass Unternehmen und Kunden immer wissen, wo sich ihre Waren gerade befinden und in welchem Zustand sie sind. Darüber hinaus werden Daten analysiert, um die Nachfrage vorauszusagen und so Engpässe bzw. Überangebot zu vermeiden, Routen zu optimieren und mögliche Probleme im Voraus zu erkennen. Das hilft Logistikunternehmen, sich auf unerwartete Situationen vorzubereiten und die Kosten zu senken.

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Digitale Technologien optimieren durch KI den Verkehrsfluss in den Städten. Bildquelle: Shutterstock
Herausfordernd: Digitalisierung im öffentlichen Sektor

Auch in der öffentlichen Verwaltung wird der Digitalisierungsprozess vorangetrieben. Behörden werden dadurch schneller und effizienter, reduzieren die Wartezeiten und Anfahrtswege. Zusätzlich haben Bürgerinnen und Bürger einen einfacheren Zugang zu ihren eigenen Daten und können sie jederzeit online überprüfen.

In Österreich ist die Online-Registrierung des Hauptwohnsitzes bereits etabliert, dies kann bequem von zu Hause aus erledigt werden. Die Erweiterung dieser Dienstleistung auf die Anmeldung von Nebenwohnsitzen steht kurz bevor und stellt einen weiteren Schritt zur Verbesserung digitaler Dienstleistungen in Österreich dar. Die Nutzung dieser Dienstleistung erfordert jedoch eine Handy-Signatur oder ID Austria, die Volljährigkeit, eine österreichische Staatsbürgerschaft und einen aktuellen Hauptwohnsitz in Österreich.

Obwohl die Digitalisierung vielversprechend klingt, stoßen Behörden auf Hürden: Denn Digitalisierung bedeutet die Vernetzung über die Grenzen hinweg. Es bedeutet das Aufbrechen von gedanklichen, fachlichen und bürokratischen Silos – bereits von der Planung weg. Heißt: Damit digitale Lösungen eingeführt werden können, muss die Zusammenarbeit verschiedener Interessengruppen – darunter Regierungen, die zuständigen Behörden, Technologieunternehmen und Bürgerinnen und Bürger – erfolgen. So ist die Zustimmung und aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger von zentraler Bedeutung. Hinzu kommt die herausfordernde Anpassung an Gesetze und Vorschriften. Ein Beispiel: Für die Digitalisierung des Führerscheins mussten 50 (!) Gesetze angepasst werden.

Hinzu kommen die Herausforderungen im Bereich Datensicherheit und Datenschutz: Mit der Zunahme digitaler Prozesse und der Vernetzung von Geräten und Systemen steigt die Gefahr von Datenschutzverletzungen und Cyberangriffen. Daher ist es wichtig, die in intelligenten Systemen gespeicherten Daten vor unautorisiertem Zugriff zu schützen und klare Datenschutzrichtlinien und -verfahren zu etablieren, wobei die Privatsphäre der Menschen höchste Priorität hat. Und natürlich stellt die Digitalisierung auch eine finanzielle Belastung dar: Digitale Technologien erfordern erhebliche Investitionen in Hardware, Software, Betrieb und Wartung sowie Schulungen.

Entwicklung neuer Jobs: Weltenwandler gesucht

Die Digitalisierung der Mobilität und Logistik ist unaufhaltsam – und sie wird die Zukunft der Städte und Regionen und unsere Lebensweise maßgeblich beeinflussen. Sie führt auch zur Schaffung neuer Berufsfelder und spannenden fachübergreifenden Jobs. In Zukunft wird es wesentlich sein, fachübergreifende vernetzte Systeme zu entwickeln. Diesen interdisziplinären Weltenwandlern, die Fachrichtungen vernetzen, gehören die Jobs der Zukunft.

Gleichzeitig dürfen wir aber nicht vergessen, dass nicht alle Regionen und Bevölkerungsgruppen denselben Zugang zu digitalen Diensten und Technologien haben. Gerade ältere Menschen stehen oft vor besonderen Herausforderungen, wenn es um vollständig digitalisierte Systeme geht. Daher sollte die Möglichkeit, Prozesse in physischer Form abzuwickeln, zumindest in einer Übergangsregelung gegeben sein.

Ein Beispiel aus Ruanda: Ein One-Stop-Shop Onlinesystem ermöglicht sämtliche Behördenwege – von der Passverlängerung bis hin zur Anmeldung von Unternehmen. Ebenfalls etabliert sind im ganzen Land Unterstützungsdienste, also HelferInnen, die weniger digitale BürgerInnen bei diesen Wegen unterstützen.

Mehr Informationen finden Sie hier:

Studie „Costs and Benefits of the Urban Mobility Transition in Europe” 

Studie “Unlocking the future of mobility with European data spaces” 

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