Worauf ist bei smarten Elektro-Installationen zu achten?

Mario Necker begutachtet als Sachverständiger Projekte, die so richtig schiefgegangen sind: Mangelhafte Beratung und Umsetzung sowie nicht sachgemäße Elektro-Installationen können schwerwiegende Folgen bis hin zur Brandgefahr haben. Kundinnen und Kunden wird dies erst dann bewusst, wenn etwas nicht funktioniert. In dieser Serie geht er darauf ein, worauf Sie als Kundin oder Kunde bei smarten Elektro-Installationen achten sollten.

Interview mit: Mario Necker
Geschäftsführung E-Necker, zertifizierter KNX-Trainer & Elektrotechnik-Systemintegrator, Präsident der KNX-Professionals Austria 

Allgemein beeideter & gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Gebäudeautomation und Gebäudetechnik EIB\ KNX, zertifizierter EU-Sachverständiger für KNX/EIB Systeme

Worauf ist bei smarten Elektro-Installationen zu achten?

Folge 1: Smart ist nicht gleich smart

Was verbinden Sie mit einem „smarten“ Gebäude? Das Ein- und Ausschalten oder Dimmen des Lichts per App? Der wachsame Blick der Überwachungskamera, die Haus und Garten überwacht, wenn Sie nicht zu Hause sind?

Ein intelligentes Haus kann viel mehr: Eine Anwendung ist erst dann ‚smart‘, wenn das Haus oder die Wohnung von selbst agiert – es also automatisiert die richtigen Einstellungen vornimmt. Das ist mit heutiger Technologie bereits möglich und bietet viele Möglichkeiten, die eigenen vier Wände sicher, mit Komfort und energiesparend zu gestalten. Und ich freue mich, Ihnen ab jetzt regelmäßig aus meiner Praxis erzählen zu können.

Viele Möglichkeiten …

Die automatisierte Steuerung des Lichts ist nicht nur komfortabel: Sie sparen damit auch bares Geld. Das Licht ist nur dann an, wenn Sie es wirklich brauchen. Sie können auch Lichtszenarien einstellen: In der Früh helles Licht, am Abend wärmeres Licht, während der Film läuft ist nur gedämpftes Licht an.

War früher die Beheizung eines Gebäudes gut zu planen, so ist es durch die Klimaerwärmung heute die Kühlung. Bevor wir die Räume mit einer Klimaanlage richtig temperieren, gilt es, das Aufheizens erst gar nicht zuzulassen. Sonnensegel oder Jalousien werden automatisch bei direkter Sonneneinstrahlung zugezogen, um ein Erwärmen der Räume zu verhindern.

 

Durch die Energiewende und die steigenden Energiepreise werden neben Photovoltaik-Anlagen aus hStromspeicher ein großes Thema werden. Credits: Shutterstock

Durch die Energiewende und die steigenden Energiepreise werden neben den Photovoltaik-Anlagen auch die Stromspeicher in den kommenden Jahren ein großes Thema werden. Das macht ja auch Sinn, denn jede Kilowattstunde, die ins Netz wandert, ist verloren. Einer der smarten Anwendungen wird also die sparsame Nutzung der selbst produzierten Energie sein.

Im Falle eines Blackouts – und diese Gefahr ist leider vorhanden – ist unter normalen Umständen aber auch die PV-Anlage nicht aktiv. Denn der sogenannte Wechselrichter, der den Gleichstrom aus den Paneelen in Wechselstrom umwandelt, braucht Strom. Ist kein Notstrom-Aggregat oder gefüllter Speicher vorhanden, dann wird auch die PV-Anlage vom Netz genommen. Überlegen Sie sich daher gleich beim Einbau einer Photovoltaik-Anlage, ob Sie auch im Falle eines Problems mit der Stromversorgung autark sein möchten.

…  aber was macht Sinn?

Sie sehen: Smart Home-Beraterinnen und Berater müssen sich in vielen Bereichen auskennen und in der Lage sein, einen konkreten Nutzen für Sie auszuarbeiten. Vieles ist bereits möglich, aber nicht jede Lösung macht Sinn. Insbesondere wenn nur ein begrenztes Budget vorhanden ist, dann gehen Sie doch am besten Schritt für Schritt vor: Was ist Ihnen am wichtigsten? Und welche Lösungen können ruhig später nachgerüstet werden?

Achten Sie darauf, dass Sie gut beraten werden und über die verschiedenen Möglichkeiten und Eigenschaften der Systeme informiert wurden. Die Technologie muss sich an Sie, an Ihr Leben anpassen, und nicht umgekehrt.

Der Mensch, also Sie und Ihre Bedürfnisse, stehen im Mittelpunkt.

Anja Herberth
Author: Anja Herberth

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Verfasst von Anja Herberth