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Schon eine Wassertemperatur von 45 Grad kann bei empfindlicher Haut zu Verbrühungen führen – ein Risiko, das im altersgerechten Bad besonders ernst genommen werden sollte. Die gute Nachricht: Die Technologien, um dieses Risiko zu reduzieren, gibt es bereits am Markt.
Ein Gespräch mit Patrick Prokop von GROHE Austria, wie in einem Bad die Temperatur des Wassers begrenzt werden kann.
SBC: Herr Prokop, wenn Sie an altersgerechte Armaturen denken – wie sollte ich als Betroffene/r oder pflegende Angehörige Armaturen auswählen?
Prokop: Ein zentraler Aspekt ist die einfache und sichere Bedienbarkeit, insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Motorik. Deshalb setzen wir bei unseren Armaturen gezielt auf ergonomische Formen wie Flügelgriffe oder verlängerte, offen gestaltete Hebel, die sich leichter greifen und mit geringer Kraft bedienen lassen.
Auch die Leichtigkeit der Kartusche ist ein wesentlicher Punkt: Wie viel Kraft braucht man, um die Armatur zu bedienen? Das wird oft vernachlässigt, ist aber für Menschen mit Arthritis oder eingeschränkter Handkraft von großer Bedeutung.
In einem altersgerechten Bad steht auch ganz klar das Thema Sicherheit im Vordergrund. Ein einfaches Beispiel: Ein herkömmlicher Einhebelmischer regelt die Temperatur über die Position des Hebels. Wenn es im Leitungsnetz zu Druckschwankungen kommt – und das passiert öfter als man denkt – kann plötzlich abrupt heißes Wasser kommen. Für einen gesunden Menschen ist das unangenehm. Für eine ältere Person oder jemanden mit eingeschränkter Reaktionsfähigkeit kann es gefährlich werden.
Wir empfehlen daher die Temperaturkontrolle und bieten bei ausgewählten Waschtischarmaturen Thermostatfunktionen an. Das bedeutet, dass die Wassertemperatur so gesteuert und begrenzt wird, dass sie konstant bleibt und ein sicheres Niveau nicht überschreiten kann. So vermeiden wir Verbrühungen.
SBC: Nach welchen Lösungen suche ich hier konkret?
Prokop: Die bewährteste Lösung sind Thermostatarmaturen. Thermostatische Lösungen verfügen über integrierte Sicherheitsmechanismen mit Maximalbegrenzung. Das verhindert, dass zu hohe Temperaturen eingestellt werden können, und das Thermoelement gleicht Temperatur- und Druckschwankungen automatisch aus. Es hält die eingestellte Temperatur konstant – völlig unabhängig davon, was im Leitungsnetz passiert. Das ist nicht nur für ältere Menschen relevant, sondern überall dort, wo eine zusätzliche Temperatursicherung sinnvoll ist – etwa in Kindergärten oder Pflegeeinrichtungen.
Der Vorteil: Das Wasser fließt gleich nach dem Öffnen in der gewünschten Temperatur. Außerdem arretieren diese Thermostate bei 38°C automatisch – das ist eine Temperaturschwelle, die sich nur durch gezieltes Drücken eines Entsicherungsknopfes überwinden lässt.
Ein zweiter zentraler Baustein: Das Verhindern der Erhitzung des Thermostat-Körpers. Diese Technologie heißt bei uns CoolTouch-Technologie. Dabei wird der Thermostatkörper gezielt mit Kaltwasser umströmt, sodass sich auch Oberflächen nicht erhitzen können. Selbst bei direktem Kontakt wird das Verbrennungsrisiko reduziert – ein Aspekt, der sich nicht nur im Gesundheitsbereich, sondern auch in sensiblen Umfeldern wie Kindergärten bewährt.
Beide Lösungen gibt es für Waschtische und die Dusche.
SBC: Ein neues Produkt hat mich besonders überrascht – die Purefoam-Handbrause. Was steckt dahinter?
Prokop: Das ist eine Innovation, die ursprünglich aus Japan kommt. Die Purefoam-Handbrause hat eine integrierte Kartusche für Seife, diese gibt es in 5 verschiedenen Duftrichtungen. Man duscht normal mit Wasser, drückt dann einen Knopf – und aus der Handbrause kommt direkt Schaum zum Einseifen. Das klingt simpel, ist aber für die Pflege eine enorme Erleichterung, weil eine Hand frei bleibt zum Einseifen.
Das System lässt sich ohne große Mühe in die bestehende Dusche integrieren. Es muss lediglich der Wasserschlauch an die Handbrause sowie die Wasserzufuhr angeschlossen werden.
Herzlichen Dank für das Interview!
Hier erfahren Sie mehr zu GROHE Austria – www.grohe.at
Author: Anja Herberth
Chefredakteurin














