This article is also available in:
English
Ein Haus zu bauen ist eine Entscheidung für viele Jahrzehnte. Beim Fertighausanbieter Hartl Haus beobachtet man aktuell einen Shift: Die Wünsche der privaten BauherrInnen verändern sich. Viele sind beim Hausbau inzwischen über 40 und denken das spätere Leben im Haus schon von Beginn an mit.
Wir haben mit Philipp Müller, Head of Marketing bei Hartl Haus, darüber gesprochen, wie flexibel Fertighäuser auf neue Lebensphasen reagieren, was bei der Wahl des Grundstücks zu bedenken ist und welche Planungsfehler sich mit wenig Aufwand vermeiden lassen.
Das könnte Sie auch interessieren
Was Sie in diesem Interview erwartet
- warum ein Haus auf einer Ebene im Alter mehr Sicherheit und Komfort bietet und was das für den Grundstücksbedarf bedeutet
- wie sich ein Bungalow später so teilen lässt, dass ein eigener Wohnbereich für eine pflegebedürftige Person und eine Pflegekraft entsteht
- welche barrierearmen Details Sie schon bei der Planung mitdenken sollten, von schwellenarmen Übergängen bis zu Leerverrohrungen für spätere Technik
- warum gute Beratung vor dem Bau teure Umbauten erspart
SBC: Möglichst lange zu Hause wohnen bleiben und altersgerecht wohnen: Sind das Wünsche, die Ihnen Kundinnen und Kunden in der Praxis bereits nennen?
Müller: Wir sehen in den letzten Jahren einen Shift, unsere Kundinnen und Kunden sind teilweise über 40 Jahre, wenn sie ein Haus bauen. Damit einher gehen dann auch andere Bedürfnisse, die sich stärker an altersgerechtem Wohnen orientieren. Bungalow-Häuser mit nur einer Ebene sind daher sehr beliebt, da sie mit smarten Schnitten den vorhandenen Raum bestmöglich nutzen und alle Wohnbereiche in wenigen Schritten erreichbar sind.
SBC: Was würden Sie einer Familie raten, die sich für ein Fertighaus interessiert, das auch in der späteren Lebensphase gut passt? Worauf sollte sie besonders achten?
Müller: Wir empfehlen, bereits bei der Planung über die aktuellen Wohnbedürfnisse hinauszudenken und ein Haus zu wählen, das sich möglichst flexibel an unterschiedliche Lebensphasen anpassen lässt. Betrachtet man ein zweigeschossiges Haus mit einer Treppe mit 15 Stufen: geht man diese mehrmals hinauf und hinunter, kommen über den Tag verteilt schon gut mehrere hundert Stufen zusammen. Treppenloses Wohnen ist auch aus weiteren Gründen besonders attraktiv: Keine Stolperkanten, Treppengitter oder Sturzgefahr.
“Wir sehen in den letzten Jahren einen Shift, unsere Kundinnen und Kunden sind teilweise über 40 Jahre, wenn sie ein Haus bauen. Damit einher gehen dann auch andere Bedürfnisse, die sich stärker an altersgerechtem Wohnen orientieren.”
SBC: Wie flexibel sind Fertighäuser, wenn sich die Bedürfnisse ändern und ich später Umbauten vornehmen möchte?
Müller: Fertighäuser sind an sich sehr flexibel gestaltbar und auch wandelbar – gerade bei Häusern mit nur einer Ebene. Entscheidend sind immer die Bauweise und eine vorausschauende Planung. Wir bieten unter anderem einen Bungalow, der so geplant ist, dass ein Teil der Wohnfläche zu einem späteren Zeitpunkt – ohne aufwändige Maßnahmen – für einen zweiten Wohntrakt abgeteilt werden kann. Dieser könnte sogar mit einem eigenen Eingang versehen werden und so einen eigenen Bereich für eine zu pflegende Person und eine Pflegekraft beinhalten. Generell sind bei Fertighäusern auch Anbauten und Aufstockungen relativ problemlos möglich.
SBC: Was sollte man bei der Wahl des Grundstücks berücksichtigen, damit Komfort und Sicherheit auch im Alter gegeben sind?
Müller: Auch wenn die Wohnfläche von Bungalows und Geschosshäusern bereits nahezu identisch sind, ist nicht jedes Grundstück geeignet: Für einen Bungalow benötigt man rund ein Drittel mehr Grundstücksfläche. Schwierig kann es auch bei schmalen oder stark geschnittenen Grundstücken werden. Bebauungsdichte und Mindestabstand müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Dafür kann ein Bungalow auf einige Nebenflächen verzichten und der Garten mittels überdachten Freibereich zum verlängerten Wohnzimmer werden. Ganz nach dem Motto: drinnen und draußen werden zu einer Einheit.
SBC: Welche Fehler sehen Sie bei der Planung eines Hauses besonders häufig, wenn es um altersgerechtes Wohnen, Komfort und Sicherheit geht?
Müller: Barrierearme Details kosten bei der Planung fast nichts extra. Das betrifft unter anderem schwellenarme Übergänge, Durchgangsbreiten oder Leerverrohrungen für spätere Technik. Wer dies von Anfang an mitdenkt, kann spätere Umbauten und damit verbundenes Nachrüsten fast gänzlich vermeiden.
SBC: Wenn Sie Menschen, die mit dem Gedanken an ein Fertighaus spielen, nur einen einzigen Rat mitgeben könnten, welcher wäre das?
Müller: Fragen, fragen, fragen! Eine gute Beratung ist das A und O und jede Minute im Vorfeld wert. So erspart man sich umständliche Umbauten und zusätzliche Kosten. Ein Haus ist eine Entscheidung für viele Jahrzehnte. Bei der Planung sollte man sich daher nicht nur fragen, wie man heute wohnen möchte, sondern auch, welche Anforderungen später auf die Familie zukommen.
Vielen Dank für das Interview!
HARTL HAUS erzeugt als österreichisches Familienunternehmen Fertighäuser sowie Tischlereiprodukte. Das Unternehmen setzt dabei auf eine 100-prozentige Fertigung im eigenen Werk in Echsenbach, Niederösterreich. Neben Fertighäusern in Holzriegelbauweise werden Zubauten und Aufstockungen, sowie Türen, Fenster und maßgeschneiderte Küchen umgesetzt. Mehr unter hartlhaus.at
Ist ein Fertighaus für altersgerechtes Wohnen geeignet?
Ja, Fertighäuser lassen sich flexibel planen und später gut an neue Lebensphasen anpassen, besonders wenn alle Räume auf einer Ebene liegen. Entscheidend sind die Bauweise und eine vorausschauende Planung, die spätere Bedürfnisse schon beim Bau mitdenkt. Anbauten und Aufstockungen sind bei Fertighäusern in der Regel relativ problemlos möglich.
Warum ist ein Bungalow im Alter von Vorteil?
In einem Bungalow liegen alle Wohnbereiche auf einer Ebene und sind mit wenigen Schritten erreichbar. Damit entfallen Treppen, Stolperkanten und die damit verbundene Sturzgefahr. Wer in einem zweigeschossigen Haus mit vielen Stufen mehrmals täglich auf und ab geht, kommt über den Tag leicht auf mehrere hundert Stufen.
Worauf muss man bei einem Grundstück für einen Bungalow achten?
Für einen Bungalow benötigt man bei vergleichbarer Wohnfläche rund ein Drittel mehr Grundstücksfläche als für ein Haus mit zwei Geschossen. Schmale oder ungünstig geschnittene Grundstücke können ungeeignet sein, außerdem sind Bebauungsdichte und Mindestabstände zu beachten. Im Gegenzug kann ein Bungalow auf manche Nebenflächen verzichten, und ein überdachter Freibereich macht den Garten zum erweiterten Wohnraum.
Kann man ein Haus später für die Pflege eines Angehörigen umbauen?
Das ist möglich, wenn es bei der Planung berücksichtigt wird. Manche Bungalows sind so konzipiert, dass sich ein Teil der Wohnfläche später ohne aufwendige Maßnahmen als eigener Wohntrakt abtrennen lässt, auf Wunsch sogar mit eigenem Eingang. So kann ein separater Bereich für eine pflegebedürftige Person und eine Pflegekraft entstehen.
Welche barrierearmen Details sollte man schon beim Hausbau einplanen?
Wichtig sind vor allem schwellenarme Übergänge, ausreichende Durchgangsbreiten und Leerverrohrungen, über die später Technik nachgerüstet werden kann. Diese Details kosten bei der Planung fast nichts extra. Wer sie von Anfang an mitdenkt, kann spätere Umbauten und teure Nachrüstungen weitgehend vermeiden.
Worauf sollte man vor dem Kauf eines Fertighauses achten?
Eine gründliche Beratung vor dem Bau ist der wichtigste Schritt, denn sie erspart umständliche Umbauten und zusätzliche Kosten. Dabei sollte man nicht nur klären, wie man heute wohnen möchte, sondern auch, welche Anforderungen in späteren Lebensphasen auf die Familie zukommen können. Ein Haus ist schließlich eine Entscheidung für viele Jahrzehnte.












